Trickmisch war tricky

Ein Workshop zweier Willkommensklassen – 6.-10. Juni 2016

Liebes Team, hiermit möchte ich euch über den Ablauf der Woche vom 06.-10. 06., in der A- und B-Klasse informieren, emailte Andras Horvath, einer der Klassenlehrer/innen, am 29. Mai:  Die Klassen nehmen an einem Workshop teil, in dessen Rahmen sie mit der Trickmisch e.V., der Mobilen Sprachschule, im Haus der Wartiner Str. Zeichentrickfilme entwickeln […]: Projektzeit 9:00-14:00 Uhr. Und am Ende seiner Info-Mail schreibt er: Die fertigen Filme werden am darauffolgenden Montag, am 13.6., im 3. Block präsentiert. Dazu sind alle Willkommensklassen, die Schulleitung und weitere Interessierte herzlich eingeladen. 

So weit, so gut der Ablaufplan für die Kreation einer sehr interessanten Idee: Unsere Neu-Berliner Kinder setzen ihre erworbenen Sprachkenntnisse, ihre zum Teil traumatisierten Gefühls- und Erlebniswelten in kleinen Videoclips um. Vier Gruppen wurden gebildet und man sollte jeweils ein Thema finden. Man fand und man präsentierte letztlich am 20. Juni die Ergebnisse in der Aula unseres Gymnasiums.

Allerdings warf das Projekt im Nachhinein einige Fragen und Bedenken auf, nicht nur bei unseren direkt beteiligten Kolleg/innen, sondern sogar bei den betroffenen Schüler/innen und außenstehenden Zuschauern. Wer möchte, mag einige kritische Anmerkungen selbst lesen.

Zunächst sollen die Schüler/innen zu Wort kommen:

Alles war sehr gut und schön. – Danke, danke für Ihre Hilfe! Das war super. – Das hat Spaß gemacht. War toll und vielen Dank! – Die ‚Spraydose‘ war super. – Alles gut, aber der Film ‚Prinz und Prinzessin‘ war sehr gut! – Spaß am Ende! Viel deutsch gesprochen. – Malen hat viel Spaß gemacht. – Alles gut. Danke für alles. Ich finde, es war eine ganz tolle Idee. Alles gefällt mir. Danke! – Unsere Gruppe hat fleißig gearbeitet. Wir haben Spaß gemacht. Wir haben viele neue Sachen gelernt. Danke. – Das Projekt hat mir gut gefallen. – Alles perfekt! 

Alles gut, aber das Filmen war sehr schnell. – War langweilig am Anfang - Kopfschmerzen. – Am Anfang haben wir das Projekt nicht verstanden und wussten nicht, was wir machen sollten. – Nicht so schlimm, aber meine Gruppe spricht kein Deutsch miteinander. Auch nicht schlimm, aber ich glaube, wir sollten erst an die Geschichte denken und dann machen wir die Figuren. Das ist logischer. – Der Film musste geplant werden, also in der Reihe, nicht so gemischt; einmal die Figuren, dann etwas anderes. Der Film wurde geändert. Nicht so, wie wir wollten. – Echt, wir waren zu wenig und wir haben alles nicht fertiggemacht. Aber danke für alles. 

Und nun die Meinungen der Lehrer/innen und die eines Zuschauers:

Das Projekt an sich bzw. diese andere Art von Unterricht war meines Erachtens sinnvoll. Die Schüler/innen konnten sich in verschiedenen Bereichen entfalten (Malen, Technik, Texte schreiben etc.), hatten Gelegenheit miteinander zu kommunizieren, gemeinsam etwas zustande zu bringen und haben bestimmt viel dazugelernt. Zur Förderung der sozialen Kompetenz war es eine gute Sache. Außerdem sind tolle Produkte entstanden, auf die alle beteiligten Schüler/innen stolz sein können!        

Leider scheiterte das Projekt fast an der fehlenden Vorbereitung bzw. Strukturierung seitens der externen Projektleiterinnen. Es gab keinen Ablaufplan, an dem sich die Schüler/innen orientieren konnten, es gab viel Leerlauf und die Arbeitsabläufe waren nicht transparent. Es gab auch viel Spannung zwischen den Projektleuten und den Lehrer/innen – auch wegen fehlender vorheriger Absprachen – bzw. zwischen der Projektleiterin und den Teams, weil sie die Ideen der Schüler ständig verändern wollte und die Arbeit ständig unterbrach. Es musste auch viel nachgearbeitet werden, weil die Filme durch die o.g. Faktoren nicht rechtzeitig fertig wurden. 

Mein Fazit: ich würde gerne noch einmal ein ähnliches Projekt in die Schule holen, aber als Lehrkraft muss man sich vergewissern, dass die Rahmen des Projektes ‚schülertauglich‘ sind. Andras Horvath, projektverantwortlicher Lehrer

Ich fand das Herstellen eines Trickfilms technisch sehr interessant! Allerdings ist mein Feedback in der Gesamtheit eher negativ: Das Filmteam hatte keine Planung vorzuweisen. Die Kommunikation ließ zu wünschen übrig; eine klare Struktur war nicht erkennbar; die Arbeitsaufträge waren undurchsichtig. Der auch aus o. e. Gründen entstandene Zeitdruck bei der Fertigstellung der Filme wurde auf die Schüler abgeladen: Teams wurden plötzlich zusammengelegt, Schüler/innen-Filmideen negiert oder verändert, was die Motivation erheblich minderte. Es sollten doch reine Schülerarbeiten entstehen?! Letztlich frage ich mich nach dem Ziel dieses Projektes: Was sollte erreicht werden? Festzuhalten ist: eine ursprünglich tolle Idee, aber in der Realisierung mangelhaft trotz anscheinend hübscher Endprodukte. Diana Carlsohn, projektbeteiligte Lehrerin

Nur vom Zuschauen hatte ich den Eindruck, dass zu viel auf ein vorgefertigtes Ergebnis hingearbeitet worden war. Später realisierte ich, dass alle Filme – auch die anderer Schulen – nach demselben Schema hergestellt werden. Es fehlt offensichtlich grundsätzlich die Freiheit, etwas erfinden zu dürfen in optisch-kreativer oder gestalterisch-künstlerischer Hinsicht. Somit erfährt der Zuschauer nichts von den möglichen Ideen der Schüler/innen, lässt Individuelles nicht zum Tragen kommen. Die Stories waren inhaltlich lustig und gut, selbst wenn sie etwas schräg rüberkamen, vielleicht durch den Charme einer nicht akzentfrei gesprochenen Sprache. Franz Werner Rautenstock, Kostüm- & Bühnenbildner

Wer Lust hat, sich die Trickfilme anzuschauen, der klicke einfach www.trickmisch.de an.

I.A.M.W.

 

 

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