Das Barnim - Gymnasium im Barnim - Park auf der Barnim - Platte

Die Geschichte der Entstehung unseres Schulnamens

Seit Beginn unserer Schulgeschichte im Jahre 1994 stand fest, dass auch unsere Schule einen neuen Namen erhalten würde. Zu den Vorschlägen gehörte u.a. Mies van der Rohe (Architekt und Künstler), Marie-Elisabeth Humboldt (Mutter der Humboldtsöhne) und Barnim. Letzterer Name war der damaligen politischen Situation nach der historischen Wende in der DDR geschuldet, ein Landschaftsname.
Die Gruppen begannen Nachforschungen zu ihrem Namenspatron anzustellen und förderten auch Erstaunliches zu Tage. Dabei interessierten die Schüler der Lebenslauf der Personen, ihr Lebenswerk und ihre Bedeutung im öffentlichen Leben.
Unter dem Namen "Barnim" haben die Schüler die Schönheit einer Landschaft im Nordosten unserer Stadt übergehend ins Land Brandenburg beschrieben. Hier, im Nordosten Berlins, wurde gerade unser neues Schulgebäude errichtet. Diese Landschaft liegt am Rande der Barnim-Platte.

Die Schüler untersuchten die Entstehung der Landschaft des Barnim, beschäftigten sich mit der Natur und der Nutzung des Gebietes. Sie bauten die Landschaft im Modell nach und nahmen Bodenproben vom Grundstück auf dem unsere Schule entstand.

 


Heute wissen wir, dass die Stadt- und Landschaftsplaner diese Region als Landschaftspark Barnim gestalten.

Die Forschungsergebnisse der Gruppen wurden im Foyer unserer Schule präsentiert. In einer schriftlichen Stimmabgabe wurde der Name "Barnim" als Sieger ermittelt. Über 40% der Schüler, Eltern und Lehrer hatten diesem Namen ihre Stimme gegeben. Die Entscheidung der Schüler, Eltern und Lehrer stieß im Senat aber auf Widerstand. Mit Konsequenz haben sich die Mitglieder unserer Schulkonferenz mit ihren Möglichkeiten für die Anerkennung dieser demokratischen Entscheidung und die anschließende Namensgebung eingesetzt. So wurden dann die Feierlichkeiten zur Namengebung vorbereitet und unserer Schule der Name "Barnim" verliehen.

Wir haben diesen Namen gewählt, weil sich mehrere Fächer mit diesem Namen identifizieren können.

So haben sich interessierte Historiker bereits mit der geschichtlichen Entwicklung der Region befasst. Einige Biologen nutzen die Umgebung zu Unterrichtsgängen und bestimmen die Pflanzen dieses Landstrichs. Sportbegeisterte erkunden jährlich bei der Barnim-Tour per Rad diese Landschaft. Die Künstler unserer Schule hielten während ihrer Unterrichtsgänge Momente der Dorfentwicklung und Eindrücke der Dorfgestaltung in Ihren Bildern fest.

Der Name ist eine Herausforderung und gibt Anlass noch nicht Erforschtes und Unbekanntes zu erfahren. Er weckt unsere Neugierde.

Die leicht wellige Landschaft, die sich bis weit in das Brandenburger Land hineinzieht, entstand am Ende der letzten Eiszeit: vor ca. 10 000 Jahren hinterließen die Gletschermassen hier sandig-lehmige Hochfläche - der Barnim.
Zunächst entwickelte sich Wald. Seit dem späten Mittelalter wird auf der Fläche dieser Grundmoräne überwiegend Ackerbau betrieben. In Senken und Mulden, die die Eiszeit hinterließ, entstanden zahlreiche Feuchtgebiete und Kleingewässer, die heute seltenen Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten. In ehemaligen Rinnen der Schmelzwasser fließen Wuhle, Panke und Tegeler Fließ. Der Bucher Forst und der schon in Brandenburg gelegene Rehhahn bei Ahrensfelde sind hier die einzigen stadtnahen Wälder.
Als die Großstadt Berlin mehr und mehr wuchs und die offen durch die Straßen fließenden Abwässer die Menschen mit Epidemien und Krankheiten bedrohten, beschloss 1873 der Berliner Magistrat, alle Abwässer auf Felder am Stadtrand zu leiten. Zwei Jahre später kaufte die Stadt das Rittergut Falkenberg und legte dort durch Dämme abgegrenzte Rieselfeldtafeln an, auf denen das Abwasser versickert wurde. Etwas später kamen die Flächen Blankenburg, Malchow und Wartenberg hinzu.
Nach dem Bau der Klärwerke Ende der 60er Jahre wurde die Landschaft zum zweiten Mal umgestaltet: Die Rieselfeldtafeln wurden eingeebnet und große Ackerflächen wurden angelegt. Anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins wurden Teile aufgeforstet, die jetzt zu ausgedehnten Wald-und Wiesenlandschaften heranwachsen.
Auf einem anderen Teil entstanden in den 70er und 80er Jahren die Neubausiedlungen Marzahn, Hohenschönhausen und Hellersdorf.
Auf der östlichen Seite von Karow bis Falkenberg entstehen in der "Parklandschaft Barnim" viele Angebote für die aktive Erholung besonders für die Bewohner von Pankow/Weißensee, Lichtenberg/ Hohenschönhausen und Marzahn/Hellersdorf. Alleen werden neu gestaltet, Parkanlagen wie die "Neuen Wiesen" werden gebaut und der Barnim wird sich so langsam zum vierten großen Berliner Naherholungsgebiet entwickeln.

Nach "Eine Landschaft mit Aussicht, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie 1998"

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