Stolpersteine – ein Projekt gegen das Vergessen:

Erforschung des NS-Widerstands im Bezirk Lichtenberg- Hohenschönhausen

durch das Barnim-Gymnasium

Stolpersteinverlegung am 21.03.2017 für Brunhilde Prelle, Wartenbergstraße 33

„Stolpersteine“ sind 96x96x100 große Betonklötze, die eine Messingtafel tragen, auf der am letzten bekannten Wohnort von Verfolgten oder Ermordeten der NS- Zeit an deren Leben erinnert wird. Mit insgesamt 60 000 Steinen ist es das weltweit größte dezentrale Mahnmal.

Am 21.03.2017 verlegte der Künstler Gunter Demnig, der Initiator des Projektes, gemeinsam mit SchülerInnen des Barnim- Gymnasium in der Wartenbergstraße 33 (zwischen Ostkreuz und Frankfurter Allee) einen Stolperstein für die Widerstandskämpferin Brunhilde Prelle.

Wie mutig musste man sein, gegen Hitler Widerstand zu leisten?

Was konnte man tun? Wo wurde in unserem Bezirk Widerstand geleistet?

Diese Fragen waren der Ausgangspunkt für die Erforschung des Lebens von Brunhilde Prelle durch SchülerInnen des GK Geschichte KL. 12 unter Anleitung von Herrn Zweiniger.

Hilde Prelle war eine junge Frau, die für den Widerstand ihre Familie aufgab, ab 1939/40 für die kommunistische „Gruppe Uhrig“ Flugblätter gegen den Krieg kopierte und in ihrer Wohnung Alfred Kowalke, einen gesuchten Widerstandsorganisator, unterbrachte. Sie und 200 weitere Oppositionelle wurden - verraten durch einen Spitzel - 1942 verhaftet. 80 von ihnen überlebten die Verhöre, die Haft nicht oder wurden 1944 hingerichtet.

Hilde Prelle überlebte geschädigt die Verhöre in Berlin, Landsberg und das Konzentrationslager Ravensbrück, da sie von ihren Kameraden entlastet wurde. Sie starb 1984 in der DDR.

Die Tatsachen, dass Lichtenberg ein Zentrum des Arbeiterwiderstandes war und dass – wie Hilde Prelle- wahrscheinlich jeder Mensch aktiv etwas gegen Hitler tun konnte, waren wichtige  Erkenntnisse unserer Recherche. (=> ausführlicher Bericht zur Biografie von Hilde Prelle und dem Widerstand in Lichtenberg)

Besondere Unterstützung erfuhren wir  von Sophia Schmitz von der Berliner Stolpersteininitiative e.V., die Materialrecherche, Organisation der Verlegung sowie Sponsorensuche des Stolpersteins managte. Dank auch an Frau Poetzsch von der Stolpersteininitiative Lichtenberg-Hohenschönhausen, die unsere Erinnerungsarbeit seit diesem Schuljahr mit unterstützt.

Mit Texten zu Hilde Prelle, dem „Solidaritätslied“ sowie der „Ode an die Freude“ gestalteten am 21. 03.2017 schließlich die SchülerInnen des Ensemblekurses Musik Kl.11 zur Verlegung des Steins in Anwesenheit Gunter Demnigs eine musikalisch-literarische Performance.

K. Zweiniger

Bereits im Dezember 2006 beteiligten sich Schüler und Schülerinnen unserer Schule im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum Nationalsozialismus am Projekt Stolpersteine. In Zusammenarbeit mit Licht-Blicke e.V. - Netzwerk für Demokratie und Toleranz - erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler der damaligen Klassen 10d und 10g exemplarisch die Lebensläufe von sieben Opfern der nationalsozialistischen Diktatur. Sie wurden in Auschwitz und Treblinka ermordet. Grundlage für die Arbeit in den Klassen bildete, neben dem Unterricht in der Schule, ein Besuch im Haus der Wannseekonferenz und der Deportationsrampe am Bahnhof Berlin-Grunewald. Mit diesen Hintergrundinformationen rekonstruierten die Schülerinnen und Schüler aus den heute noch verfügbaren Archivalien sowie publizierten Gedenkbucheinträgen und Zeitzeugeninterviews die Biographien der Opfer und stellten diese zu einer Rede anlässlich der Einweihung der Stolpersteine zusammen.

Am 19. Januar 2007 wurden die Steine im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Berlin-Lichtenberg eingeweiht. Die Ansprache zur Einweihung der Stolpersteine, bei der die Biographien der Opfer vorgestellt wurden, sowie die Niederlegung von Blumen im Gedenken an die Opfer, wurden von den Schülerinnen und Schülern vorgenommen. Bei dieser Feier waren neben den beiden Klassen und Studierenden der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft auch der Fachlehrer der Klassen, der Schulleiter des Barnim-Gymnasiums, der Dekan der Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät der Fachhochschule sowie die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Lichtenberg anwesend und richteten Grußworte aus.

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